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Das soziale Kapital der Stadt

In der Spitzengastronomie gewinnt immer (auch) der Gast



Herausragender ehrenamtlicher Einsatz: Oberbürgermeister Uli Burchardt (Mitte) hat 20 freiwillige Helfer aus zehn Hilfs- und Schutzvereinigungen für ihr Engagement geehrt. Die Stadt Konstanz pflegt die Praxis zum Tag des Ehrenamts seit 17 Jahren. | Bild: Rindt

Ingo Braun muss sich keine Sorgen machen, wenn sein ehrenamtlicher Einsatz im Sanitäts- und Rettungsdienst sowie dem Katastrophenschutz beim Malteser Hilfsdienst mal wieder richtig viel Zeit in Anspruch nimmt. Er kann auf Verständnis hoffen. Denn seine Frau und seine beiden Töchter engagieren sich ebenfalls bei den Maltesern. Er und seine Familie seien „Malteser durch und durch“, sagt Oberbürgermeister Uli Burchardt. Im Ratssaal zeichnet er zum Tag des Ehrenamts 20 Konstanzer aus zehn örtlichen Hilfs- und Schutzvereinigungen aus, die sich in herausragender Weise freiwillig engagieren. Darunter sind Menschen wie Ingo Braun, seit mehr als 30 Jahren ein zuverlässiger, ehrenamtlicher Pfeiler der Malteser, oder Thomas Böhler, der es in diesem Jahr als Trainer, Retter, Aus- und Fortbilder sowie Helfer auf 1500 ehrenamtlichen Stunden für die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft Dettingen-Dingelsdorf bringt.

„Unsere Stadt ist aufs Engagement der Ehrenamtlichen unabdingbar angewiesen“, sagte Oberbürgermeister Uli Burchardt zur Eröffnung des Abends der Ehrungen im Ratssaal. Deren Einsatz sei unbezahlbar, ohne ihn könne keine Kommune existieren. Der OB nannte das freiwillige Engagement „das soziale Kapital“ der Stadt.

„Hier wird der viel zitierte Anspruch an Erlebnis-Gastronomie Realität“, findet Ulrich Jungk von der AHGZ. Das Kaffeehaus mit Selbstbedienung versteht sich als Ort der Begegnung mit integriertem Fachgeschäft für Wohnaccessoires. Vierteljährig unterzieht Martina Vogl ihr Cafe einer „Mauser“ und dekoriert saisonal um. Voglhaus-Musik — mal klassisch, mal jazzig —‚ Zimmertheater, Kabarett und Lesungen machen das Voglhaus auch zu einem kulturellen Mekka in Konstanz.

Alle Kandidaten zeichnen sich aus durch profilierte Konzepte, erebnisorientierte Angebote und niveauvolle Unterhaltung. „Der erfolgreiche Gastronom bindet seine Gäste durch eine gelungene Mi- schung aus Genusserlebnis, Lifestyle und interessanter Atmosphäre — das alles in einem ausgewogenen Preis-Leistungs-Verhältnis“, charakterisiert Udo Tydecks, Geschäftsführer der Herforder Brauerei, den Wandel des Gastwirts zum Manager für Gastlichkeit. Seit 1994 schreibt die ostwestfälische Privatbrauerei in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) den Preis aus, der helfen soll, vorbildliche und innovative Unternehmerinnen und Unternehmer stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Reinhard Zedler, der Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt im Landkreis Konstanz, ging in einem Vortrag dem Wesen des Ehrenamts nach. Er verglich Ehrenamtliche mit Steinmetzen, die voller Stolz an einer großartigen Kathedrale arbeiten. „Sie hauen nicht nur Steine, sondern helfen mit, am Bau eines großartigen Ganzen.“ Das ehrenamtliche Engagement mache einen Staat im besten Sinne stark. Es gehöre zum Unverwechselbaren einer Gesellschaft.

Ehrenamtliche würden heute nicht mehr nur in Notlagen aktiv, sondern auch in der vorbeugenden Arbeit. Dabei stiegen die Ansprüche ans Ehrenamt ständig. Zedler sieht die Freiwilligen-Organisationen vor der Herausforderung, Antworten auf die zunehmende Alterung der Gesellschaft zu finden, und neue Gruppen fürs Ehrenamt zu gewinnen, die sich bisher kaum angesprochen fühlen, etwa Ausländer, Behinderte und Arbeitslose. Zedler plädierte für eine Willkommenskultur, die eine Organisation für alle öffne. Als Beispiel nannte er eine Hegauer Mundart-Theatergruppe, die dort einen polnischen Bürger integriere. Sie schreibe die Rollen so um, dass dieser auch mitmachen könne. Zedler erinnerte auch daran, dass der Amts-Begriff im Ehrenamt für manche auch abschreckende Wirkung haben könne. Auch unterschiedliche Auffassungen von Engagement könnten eine Hürde für Beteiligung sein. Zedler plädierte zudem für mehr Gelassenheit, gegenüber den steigenden Ansprüchen im Ehrenamt: „Menscheln muss sein. Gönnen wir uns gegenseitig unsere Fehler.“

Unter den Geehrten waren auch jüngere Aktive wie der 24 Jahre alte Julian Bayer, seit 2009 beim Technischen Hilfswerk Konstanz, ehrenamtlich unter anderem als Fachmann für Informationstechnologie im Einsatz. Eine der Jüngsten im Ratssaal war die 18 Jahre alte Carmen aus der Malteser-Familie Braun. Die Rettungssanitäterin begleitete den Vater zu Ehrung. Zur Frage, warum sie wie alle anderen in ihrer Familie zu den Maltesern gestoßen sei, sagt sie, das Miteinander sei ihr ganz wichtig gewesen und die Arbeit gefalle ihr: „Wir haben alle Freude daran.“

Die Geehrten:
Cornelia Krist-Trah, Günther Gaida (Weißer Ring); Michael Norgauer, Ingo Braun (Maltester Hilfsdienst); Alex Schroff (Deutsches Rotes Kreuz); Martina Vogl (Aids Hilfe); Katja Adam, Josef Unterwerner (Deutscher Kinderschutzbund); Dieter Bender, Clemens Menge, Christian Rössler (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft Konstanz); Ursula Göldi Dürr, Volker Engel, Matthias Roemer-Peters (Hand in Hand International); Julian Bayer, René Ebert (Technisches Hilfswerk Konstanz); Thomas Böhler, Lars Iken (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft Dettingen-Dingelsdorf); Elke Hutzenlaub, Hermann Pecher (Hospizverein).

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